WordPress als CMS – Schreib! Vergiss alles andere.

logo… ist prima, wunderbar. Besonders für Menschen der schreibenden Zunft, die die Möglichkeit nutzen, die ein Content Management System (CMS) ihnen bietet: den Inhalt zu verwalten. Soll heißen, den Inhalt aktualisieren, gezielt formulieren, verschlagworten, präsentieren. Mit Text und Bild kommunizieren.

Wer jedoch WordPress all seiner interaktiven Möglichkeiten beraubt, mutwillig sämtliche Verbindungen zu der riesigen Community kappt, die Feeds eindampft, Kommentar- und Trackback-Funktionen stilllegt, Kategorien und Schlagworte ignoriert oder mithilfe von unzähligen Plugins und Zusatztools in ein Korsett zwängt, der bekommt eben das – ein reduziertes, gekapptes CMS.

Es gab eine Zeit, da liebte Google WordPress-Blogs per se. Den übersichtlichen, klaren (“poetischen”) Code, häufige Aktualisierung und wortreiche Artikel, gute Verschlagwortung durch Kategorien und Tags, Verlinkungen zwischen gleichgesinnten Websites mit ähnlichen Themen, Top-Autoren, die mit WordPress in Erscheinung traten.

Das ist heute teils noch so. Mit einer WordPress-Seite aus eigener Kraft und ohne zusätzliche SEO-Maßnahmen „unter die ersten 10“ zu kommen, ist im Vergleich zu vielen anderen CMS einfacher. Aber nur dann, wenn man die Möglichkeiten, die WordPress bietet, auch tatsächlich nutzt.

Für Webseitenbetreiber, die das nicht tut oder wollen, hätte es vielleicht auch eine traditionelle statische HTML-Seite getan, mit tabellenfreiem sauberem CSS-Design und übersichtlich aufgebautem XHTML. Für Änderungen nutzt man dann einen lokal installierten html-Editor (Notepad++ / Phase5 ) und lädt die aktualisierten Seiten per FTP (FileZilla) hoch – fertig. Oder beauftragt jemanden, der das minutenschnell erledigt. Einige meiner Kunden sind mit statischen Seiten bis heute hochzufrieden. Sie haben sich allerdings mit FTP vertraut gemacht. Was letztlich auch nicht aufwändiger ist, als sich in einen CMS-Editor einzuarbeiten. Aber es ist „technischer“.

Lt. aktuellem Website Boosting Magazin berücksichtigt Google wieder einen besonderen Punkt stärker, der schon vor Jahren zählte: die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus (Page Speed). In diesem Punkt (nur in diesem) liegt eine pure xhtml-Seite gegenüber einer datenbankbasierten Installation auf einem zappeligen Shared Server klar im Vorteil. „Über acht Millionen Deutsche surfen aktuell noch mit einer Schmalband-Internetverbindung!“ (N-Onliner-Atlas 2011) Wenn beispielsweise eine größere WordPress-Seite lahmt, wandelt das nützlich WordPress-Plugin wp super cache Artikel und Seiten in html um.

Es ist also nicht automatisch so, dass mit WordPress die Auffindbarkeit steigt – oder, wie manche Experten meinen, das Ranking. Man muss etwas dafür tun: häufig mal kleine Artikel schreiben, Kategorien sorgfältig wählen und nutzen, Schlagworte (Tags) eintragen, mit anderen Seiten interagieren durch Linklisten (Blogroll) und (gegenseitige) Empfehlungslinks, aussagekräftig benannte Hyperlinks innerhalb der Seite setzen, prägnante Überschriften formulieren, die auf einen Blick klar machen, um was es im Artikel geht (das sind meist automatisch die Keywords) und kontinuierlich dranbleiben – auch mit Updates.

So einfach kann das sein. Oder, wie wordpress.org aktuell titelt:

„Just write! And forget all about everything else.“

Comments

  1. says

    Hallo,

    es ist immer wieder unglaublich, wie schnell ein mit WP gerade verfasster Artikel bei Google auftaucht, und dann vor allen Dingen auch dort oben bleibt.

    Da kann die eigene Seite noch so optimiert sein, sie kommt einfach nicht dagegen an.

    Liegt es an der Verlinkung auf WordPress ? Oder einfach daran, daß die Suchmaschine Blogs regelmäßig scannt ?

    Grüße,

    Wolfgang

  2. says

    Google liebt WordPress. Das war schon von Anbeginn mit WordPress der Fall, auch wenn sich die Liebe inzwischen ein wenig abgekühlt hat. Der goldene Schlüssel: wer wissenswerte Inhalte schreibt (ja, die Relevanz) und so den Sinn und Zweck von Suchmaschinen bedient, wird besser gefunden, als eine Aneinanderreihung von Keywords ;-) Eigentlich ein schöner Gedanke: Suchmaschinenoptimierung als fundierter Beitrag zur virtuellen Bibliothek, zum virtuellen Gedächtnis.