Ein echter Sommerloch-Knaller flatterte am 17.7. um 17 Uhr in mein Newsletter-Postfach: Der „WordPress Vulnerability Report by SolidSecurity„. Dieser wirklich verlässliche Anzeiger für Sicherheitslücken im WordPress-Kosmos hielt diesmal einen traurigen Rekord: 300 Plugins und Themes waren gelistet!
Das A und O sind verlässliche Updates
Sortiert ist die SolidWP-Liste nach Zahl der Installationen. Die Anbieter werden vor der Veröffentlichung des Newsletters informiert und haben die Gelegenheit zu Updates. Viele tun das sofort, daher sind „Automatische Updates“ Pflicht! Ganz oben steht leider (erstmals) „Genesis Blocks“ mit um die 100.000 installierten Plugins. Inzwischen kam vom Anbieter StudioPress bzw WPEnginge ein Update bis Version 3.1.5. und das Plugin ist zurück im WordPress-Verzeichnis.
Genesis Framework und Page Builder Plugin
Hintergrund: Genesis Framework ist nun seit fast einem Jahrzehnt eine sichere und stabile Möglichkeit, um schöne WordPress-Websites zu erstellen. Vor längerer Zeit dockte die Chicagoer Firma an den Kompletthoster WPEngine an. Für die Pro- und „Lifetime“-Kundschaft sollte alles bleiben, wie es ist – stimmt, denn es kam nichts Neues dazu;) Tatsächlich lief es erstaunlich gut weiter, trotz radikaler Neuerungen in WordPress. „Genesis Pro“ wird heute für bis zu 380 USD jährlich angeboten, kein Schnäppchen aber ok. 10 ältere Pro-Themes (wie dieses) blieben bisher bestehen und sind nach wie vor hochwertig in Design und Code. Jedoch kam 2024 bisher nur ein einziges Update (bzw. zwei, mit diesem jetzt) – was den Anschein erweckt, dass da nicht mehr viel passiert. Innovation geht anders.
Block-Vorlagen statt Child-Themes
Zumal WordPress-Blocks mit der ehemals so klugen, soliden Framework-Idee (d.h. die Aktualisierung des Main-Themes im Hintergrund mit stabil bleibendem Child-Theme) eigentlich nichts mehr zu tun haben. Schade, aber nicht zu ändern. WordPress hat sich mit Haut und Haar der Blocks-Welt verschrieben. Designs werden mithilfe von Block-Vorlagen zusammengeklickt. Die Qualität und der Umfang dieser Vorlagen bekam durch KI (AI) nochmal einen enormen Schub, da sich Blöcke relativ einfach variieren lassen.
Jeder Mensch kann ein Künstler sein.
Novalis (… oder er ist einer, vgl. Beuys)
Webdesign mit Blocks und Plugins
Mit dem Genesis Blocks (Pro) Plugin, früher: Atomic Blocks, war Studiopress ein Early Adopter der Gutenberg-Blocks-Idee. Das Plugin ist ein eigener kleiner Page Builder und bringt schöne, minimalistisch-klar und professionell gestaltete Block-Vorlagen für ganze Unterseiten mit. Das ist bis heute schwer zu toppen.
Studiopress prägte mal das Image eines „Industrial Standard“ für Leute, die eine stabile, solide und seriöse Web-Basis für eigene Inhalte brauchen. Genesis-Themes boten einen ruhigen Gegenpol zu Effekthascherei mit zappelnden, blinkenden Webdesigns. Daher wäre es wirklich sehr schade, wenn dieses minimalistische Prinzip langsam den Bach runter geht.
Zum Glück kam bei Genesis Blocks nach kurzer Zeit ein Update – und so auch bei anderen wichtigen Plugins wie Borlabs Cookies und vielen mehr.
Sicherheit, Struktur, Verlässlichkeit
FAZIT: Momentan ist das WordPress-Universum ziemlich unübersichtlich. Eine nachhaltige Qualität von Themes oder Plugins lässt sich quasi nur noch von der Seriosität des Anbieters ableiten, manchmal nicht einmal das (…). Auch ein teuer bezahlter Pro-Service schützt nicht vor Attacken. Je kommerzieller sich das Plugin-Angebot gebärded, desto mehr steht Verlässlichkeit im Fokus. Im Grunde kann nur WordPress selbst einlenken und Struktur und Sicherheit an der Peripherie schaffen. Statt Code is Poetry gilt heute eher Code is Wavy.
